Die aus der Preh-Gruppe ausgegründete PIA Automation Holding GmbH, Frankfurt am Main, übernimmt die M&R Automation GmbH, Grambach bei Graz (Österreich), von Fonds, die von Quadriga Capital Beteiligungsberatung GmbH, Frankfurt am Main, beraten werden. Damit schmiedet die dem chinesischen Investor Jeff Wang gehörende PIA Automation einen globalen Automationsspezialisten, der in dem stark mittelständisch geprägten Markt weltweit zu den Top-5-Playern gehören wird. Zuvor hatte die Preh-Gruppe ihr Automationsgeschäft als eigenständiges Geschäftsfeld aufgestellt und mit der neu gegründeten PIA Automation Holding GmbH eine strategische Management-Holding geschaffen, in der künftig alle Automationsaktivitäten der Unternehmensgruppe gebündelt werden. Die M&R Automation ist mit über 400 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 70 Mio. EUR (2016) bereits heute ein führendes Automationsunternehmen für die Bereiche Automobil-, Elektronik- und Konsumgüterindustrie sowie für Medizintechnik.

In Kürze wird auch die operative Preh IMA Automation GmbH aus der Preh-Gruppe herausgelöst und in die neue PIA Automation Holding eingebracht. Damit wird die PIA Automation-Gruppe nach der Übernahme von M&R Automation rund 1.100 Mitarbeiter beschäftigen und ein Umsatzvolumen von rund 220 Mio. EUR repräsentieren. Im Rahmen der Wachstumsstrategie der PIA Automation bedeutet die neue Partnerschaft mit M&R Automation sowohl eine Portfolio-Ergänzung im Bereich von Fertigungslösungen für Powertrain und E-Mobility als auch eine nachhaltige Verstärkung für das Trendthema Industrie 4.0. Darüber hinaus bringt die M&R Automation GmbH mit ihren fünf Standorten in Österreich, Deutschland, Kanada und China ein komplementäres Kundenportfolio sowie eine hohe zusätzliche Service-Kompetenz in die PIA Automation ein.

Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Um einen einheitlichen Auftritt zu gewährleisten, wird die M&R Automation künftig auch unter dem Markennamen PIA auftreten. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständigen Behörden.

Anlässlich der Übernahme von M&R Automation und der organisatorischen Neuaufstellung seiner Automationsaktivitäten erläuterte Jeff Wang, Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Joyson-Gruppe: „Das Automationsgeschäft ist ein weltweiter Wachstumsmarkt und bietet uns neben Europa und Nordamerika vor allem in China große Chancen. In ihrem 12. Fünfjahresplan hat die chinesische Regierung das Ziel formuliert, High-end-Produktionsausrüstungen zu entwickeln. Hintergrund ist, dass die Lohnkosten in den vergangenen Jahren auch in China gestiegen sind und ein Nachholbedarf für moderne Automationslösungen besteht. Zusammen mit M&R Automation verfügt die neue PIA Automation-Gruppe über beste Wachstumschancen sowohl in China als auch in allen anderen wichtigen Märkten für Automationslösungen.“

„Durch die Partnerschaft mit der M&R Automation stoßen wir als PIA Automation in eine neue Dimension vor und verstärken uns insbesondere in den Bereichen Powertrain und E-Mobility sowie Industrie 4.0 und Service entlang der gesamten Produktionskette“, sagte Dr. Michael Roesnick, Geschäftsführer der PIA Automation Holding. „M&R Automation bietet für uns eine perfekte Ergänzung des PIA-Produkt- und Kundenportfolios und wird unseren dynamischen Wachstumskurs in Nordamerika, Europa und China kräftig befeuern. Vor allem in China sehen wir als deutsch-österreichische Automationsgruppe mit der Unterstützung unseres chinesischen Investors Jeff Wang hervorragende Wachstumschancen.“

Jörg Mugrauer, Partner der Quadriga Capital Beteiligungsberatung GmbH erklärte: „Die von uns beratenen Fonds streben stets eine langfristige und nachhaltige Weiterentwicklung der Beteiligungen an und sehen daher PIA Automation als idealen Partner für M&R Automation, um den bisherigen Wachstumskurs fortzusetzen. Gemeinsam verfügen beide Unternehmen, speziell auf Basis ihrer bisherigen Entwicklungen in den Bereichen E-Mobility und Digitalisierung, über ein hohes Wachstumspotenzial in Europa, Nordamerika sowie nun auch überproportional in China. Schon die bisherige Entwicklung der PIA Automation in Deutschland hat gezeigt, dass die Kombination von europäischem Know-how und bestmöglichem Zugang auf den boomenden chinesischen Automationsmarkt in dieser neuen Konstellation eine Win-win Situation für Kunden, Mitarbeiter und Anteilseigner darstellt.“

M&R Automation-Geschäftsführer Bernd M. Stütz ergänzte: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der PIA Automation. Wir sind mit Blick auf die mit unseren Anlagen hergestellten Produkten überwiegend in komplementären Automationssegmenten aktiv, bedienen letztlich aber ähnliche Kundenanforderungen und haben das gleiche Verständnis von innovativen Automationslösungen. Mit der PIA Automation haben wir einen Wunschpartner als strategischen Investor gefunden, der sich bereits jetzt zum weiteren Ausbau der M&R in Grambach sowohl in Personal als auch in Fläche bekannt hat. Konkret ist der Bau von einer 1.800 qm großen zusätzlichen Halle noch in diesem Jahr geplant.“

Die M&R Automation GmbH verfügt über eine fast 30-jährige Erfahrung im Bereich der industriellen Automation. Das Leistungsspektrum reicht vom Engineering über die Fertigung und Montage bis hin zu Inbetriebnahme und Service. Mit einem Umsatzanteil von 85 % stellen Lösungen für die Automobilindustrie (insbesondere für Antriebsstrang und Elektromobilität) den größten Umsatzanteil. Darüber hinaus bedient M&R Automation Kunden aus den Branchen Elektronik- und Konsumgüterindustrie sowie Medizintechnik. Den Trends zu Digitalisierung und Vernetzung des Fertigungsprozesses trägt M&R Automation mit eigenen Lösungen für Industrie 4.0 Rechnung, die eine Steuerung und Überwachung der gesamten Produktionskette ermöglichen.

Um für das dynamisch wachsende Geschäft der PIA Automation ein Höchstmaß an Flexibilität und Autonomie zu gewährleisten, wird die neu geschaffene Unternehmensgruppe bewusst außerhalb der börsennotierten Joyson Electronics aufgestellt, in der Joyson seine Aktivitäten „Automotive Electronics“ (Preh und Preh Car Connect), „Automotive Components“ (Joyson Automotive und QUIN) sowie „Automotive Safety“ (KSS) gebündelt hat. „Die Märkte für Automobilzulieferung und Automation folgen eigenen Zyklen und sind durch unterschiedliche Kundenanforderungen geprägt. Preh und PIA bleiben als unabhängige Schwestergesellschaften innerhalb der ‚Joyson-Familie‘ einander verbunden, werden ihre jeweiligen Märkte aber komplett unabhängig voneinander bearbeiten“, so Jeff Wang.

Offizielle Pressemitteilung